In einem spirituellen Modell gelten Chakren als Energiezentren. Jedem Chakra werden bestimmte Körperbereiche und Themen wie Sicherheit, Gefühle und Kommunikation zugeordnet. Bei einer Chakrenreinigung meditiert man mit dem Atem und inneren Bildern. Sie ist kein medizinischer Vorgang.
Chakren.net beschreibt die Übung so: Man richtet die Aufmerksamkeit nacheinander auf einzelne Chakren. Beim Einatmen stellt man sich vor, Licht aufzunehmen, und beim Ausatmen, Schwere loszulassen.
Die sieben Chakren
Im verbreiteten Sieben-Chakren-Modell liegen die Energiezentren entlang der Körpermitte. Die Positionen und Bedeutungen der Chakren sind spirituelle Zuordnungen, keine anatomischen Befunde. Verschiedene Traditionen verwenden zudem unterschiedliche Chakra-Systeme.
| Chakra | Ungefähre Lage | Zugeordnete Themen |
|---|---|---|
| Wurzelchakra (Muladhara) | Am Beckenboden | Erdung, Sicherheit und Verbindung zum Irdischen |
| Sakralchakra (Svadhisthana) | Im Unterbauch | Gefühle, Sinnlichkeit, Kreativität und Lebensfreude |
| Solarplexuschakra (Manipura) | Im Bereich des Solarplexus | Gedanken, Glaubensmuster und persönliches Erleben |
| Herzchakra (Anahata) | In der Brustmitte | Mitgefühl, Hingabe und Liebe |
| Halschakra (Vishuddha) | Am Hals oder Kehlkopf | Kommunikation und persönlicher Ausdruck |
| Stirnchakra (Ajna) | Zwischen den Augenbrauen | Intuition, Wahrnehmung und inneres Erkennen |
| Kronenchakra (Sahasrara) | Am Scheitel oder darüber | Spirituelle Verbundenheit und Erkenntnis |
Diese Zuordnungen können bei der Meditation als Orientierung dienen. Wer sich zum Beispiel mit dem Halschakra beschäftigt, kann über die eigene Kommunikation nachdenken. Daraus folgt nicht, dass ein bestimmtes Chakra körperliche oder psychische Beschwerden verursacht.
Chakrenreinigung nach Chakren.net
Chakren.net empfiehlt, an einem ruhigen Ort bequem und aufrecht zu sitzen. Zuerst beobachtet man den Atem und spürt, wie der Körper den Boden berührt. Dann richtet man die Aufmerksamkeit auf verschiedene Körperbereiche und versucht, Anspannung loszulassen.
Danach stellt man sich das eigene Energiefeld vor und achtet darauf, welche Bereiche sich leicht oder schwer anfühlen. Die Website schlägt vor, sich beim Einatmen klares oder weißes Licht im Bereich eines Chakras vorzustellen. Beim Ausatmen soll man sich vorstellen, dass Schwere abfließt. Man richtet die Aufmerksamkeit auf ein Chakra, atmet ruhig weiter und beendet die Meditation, wenn man es für passend hält.
Das ist eine spirituelle Visualisierung. Wenn die Website von Energie und Blockaden spricht, meint sie Vorstellungen aus ihrem spirituellen Modell. Eine messbare Reinigung von Energiezentren ist nicht belegt.
Chakrenreinigung in fünf Schritten
Wähle für den Anfang ein Chakra aus und sitze einige Minuten ruhig. Diese kurze Abfolge kann dir dabei helfen:
- Setz dich bequem hin und spüre, wie deine Füße oder dein Körper den Boden beziehungsweise die Sitzfläche berühren.
- Beobachte den Atem, ohne ihn zu verändern. Wenn Gedanken auftauchen, lenke deine Aufmerksamkeit freundlich zurück zum Atem.
- Richte deine Aufmerksamkeit auf den Körperbereich, den das gewählte Chakra-Modell diesem Chakra zuordnet.
- Stell dir beim Einatmen ein helles Licht in diesem Bereich vor. Beim Ausatmen kannst du dir vorstellen, dass Anspannung nachlässt.
- Beende die Übung, indem du wieder den Raum wahrnimmst und dich in deinem eigenen Tempo bewegst.
Du musst dir kein Licht vorstellen. Wenn dir das Visualisieren nicht liegt, beobachte einfach deinen Atem und die Empfindungen in deinem Körper. Eine geführte Meditation kann ebenfalls helfen. Eine Chakra-Meditation auf Insight Timer führt zum Beispiel Schritt für Schritt vom Wurzelchakra nach oben und verbindet die Körperwahrnehmung mit farbigem Licht. Dabei zählt man beim Einatmen bis vier, hält den Atem für sieben Zählzeiten an und atmet über acht Zählzeiten aus. Dieser Atemrhythmus gehört zu dieser Meditation und ist keine Regel für alle Übungen.
Grenzen und Sicherheit
Meditation kann der Entspannung oder persönlichen Reflexion dienen. Die Forschung zu Meditation belegt nicht, dass Chakren eigenständige Energiezentren sind oder dass eine Chakrenreinigung sie messbar verändert. Die Beschreibungen der Anbieter erklären, wie sie die Praxis verstehen. Sie sind kein medizinischer Wirksamkeitsnachweis.
Wenn dir das Zählen beim Atmen unangenehm ist, lass das Atemanhalten weg und atme in deinem natürlichen Rhythmus. Meditation ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Versorgung. Bei Beschwerden wende dich an eine geeignete Fachperson. Schiebe eine Behandlung nicht wegen einer Chakrenübung auf.
